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Es ist offiziell! Die Edmonton Oilers verpflichten Mike Babcock als neuen Head Coach
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Photo credit: DAVID BERDING-USA TODAY SPORTS
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Jun 23, 2026, 13:19 EDT
Artikel geschrieben von Philipp Döhring und editiert von Tim Keller
Nun ist es also raus. Die Gerüchteküche hat wochenlang gebrodelt, doch am heutigen Dienstag hat das Management der Edmonton Oilers die Bombe platzen lassen: Mike Babcock ist der 19. Head Coach in der Geschichte unserer Franchise.
Nachdem Kris Knoblauch im Mai nach dem bitteren Erstrunden-Aus gegen die Anaheim Ducks entlassen wurde, stand die Organisation vor einer wegweisenden Entscheidung. Wir alle haben auf Bruce Cassidy gehofft, doch nachdem Vegas die Freigabe verweigerte, hat Jeff Jackson den ganz großen – und verdammt riskanten – Hebel umgelegt. Babcock ist zurück in der NHL.
Eines ist sicher: Diese Nachricht wird die Fans spalten wie kaum eine andere Personalie der letzten Jahre.
Die nackten Zahlen: Ein Lebenslauf für den Stanley Cup?
Rein sportlich betrachtet kann man Babcocks Vita nicht wegdiskutieren. Der 63-Jährige ist das einzige Mitglied im exklusiven „Triple Gold Club“ der Trainer (Stanley Cup, Olympia-Gold, WM-Gold).
  •  700 reguläre Saisonsiege (Platz 12 der NHL-Geschichte)
  •  90 Playoff-Siege (Platz 10 all-time)
  • Stanley Cup Champion 2008 mit den Detroit Red Wings
  • Zweifacher Olympiasieger mit Team Canada (2010 und 2014)
Er weiß, wie man gewinnt. Er weiß, wie man Struktur in eine Mannschaft bringt. Und er bringt genau die gnadenlose Defensiv-Disziplin mit, die dieser Truppe in den entscheidenden Momenten der letzten Jahre immer wieder gefehlt hat, als wir in den Finals 2024 und 2025 so extrem nah dran waren.
Das große „Aber“: Der Elefant im Raum
Wir müssen ehrlich sein: Diese Verpflichtung hinterlässt bei vielen ein ganz flaues Gefühl im Magen. Babcocks Name steht seit Jahren nicht mehr nur für Erfolg, sondern auch für kontroverse Old-School-Methoden und schwere Vorwürfe bezüglich seiner Menschenführung.
Wir alle erinnern uns an das absolute Desaster in Columbus im Jahr 2023, als er zurücktreten musste, noch bevor er ein einziges Spiel coachte, weil er die Privatsphäre der Spieler (Stichwort: Smartphones) missachtete. Erst am vergangenen Donnerstag gab die NHL nach einer internen Untersuchung offiziell grünes Licht, dass es „keine Grundlage gibt, seine Beschäftigung in der Liga einzuschränken“.
Die Liga hat also zugestimmt, aber die Frage bleibt: Passt dieser Coach in das moderne Eishockey und vor allem in diese Kabine?
Was bedeutet das für McDavid und Draisaitl?
Wir befinden uns in einer absolut kritischen Phase der Franchise-Geschichte. Connor McDavid geht in die finalen Jahre seines aktuellen Vertrags. Wir haben keine Zeit für Experimente oder Kabinen-Dramen.
Babcock hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er mit absoluten Superstars (Nicklas Lidström, Pavel Datsyuk, Sidney Crosby) arbeiten und sie zu Siegen führen kann. Gleichzeitig wissen wir aus seiner Zeit in Toronto, dass junge, sensible Stars unter seinem extremen Druck zerbrechen können. Unser Kern ist reifer als die Leafs von damals, aber das Risiko bleibt gigantisch.
Wenn Babcock es schafft, die Kabine hinter sich zu bringen, kann seine defensive Struktur genau das Puzzleteil sein, das uns über die Ziellinie bringt. Wenn er allerdings in alte Muster verfällt, könnte dieses Experiment die wichtigste Ära unserer Vereinsgeschichte implodieren lassen.
Die aktuelle Ausgabe der Eishockey News enthält Zitate ehemaliger Spieler, die unter Babcock gespielt haben. „Daniel Winnik, der unter ihm in Toronto spielte, sagte gegenüber swisshabs.ch: Ich hasste es, zur Eishalle zu kommen. Er ist ein Tyrann. Er ist der einzige Trainer, der mich dazu gebracht hat, Hockey zu hassen.“
Edmonton holt sich also einen Trainer mit Cup-Erfahrung – und mit einem Rucksack, den die Kabine erst einmal mittragen muss. Mehr dazu könnt ihr auch im Artikel von Christian lesen:
Paul Bissonnette ehemailger Viertreihenspieler und heute erfolgreicher Podcaster bei Spittin Chiclets, sagt, nicht McDavid und Draisaitl werden unter ihm leiden. Es sind die anderen Jungs im Team und die Energie, die er auf dem Eis erzeugt, was in der Vergangenheit das Problem war.

DJ Smith kommt mit Babcock als Assistant Coach

Mike Babcock bringt auch einen neuen Assistant Coach mit zu den Oilers, der auch schon 4 Saisons sein Assistant bei den Toronto Maple Leafs war. DJ Smith war zuletzt Interim Head Coach bei den LA Kings nach der Entlassung von Jim Hiller, zuvor war er in knapp 5 Saisons Head Coach der Ottawa Senators. Er beerbt bei den Oilers Mark Stuart als Assistant Coach, der zusammen mit Kris Knoblauch entlassen wurde.
Wir bleiben gespannt, ob es noch weitere Veränderungen im Coaching Staff gibt.

Fazit

Das Management geht hier All-In. Es ist ein rücksichtsloser, pragmatischer Versuch, den Stanley Cup nach Edmonton zu holen. Das Management schert sich nicht um Sympathiepunkte – sie wollen Ringe. Mike Babcock bekommt seine wohl allerletzte Chance in der NHL. Und wir? Wir müssen uns anschnallen, denn die kommende Saison wird eine emotionale Achterbahnfahrt.

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