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Photo Credit: PHOTO CREDIT: ROBERT MURRAY/WHL

Die Stars von Übermorgen, über den Tellerrand der Prospect Top 10

No. 1: James Hamblin (23), Center, Bakersfield Condors (AHL)

Der 1,75m große Edmonton born Center ist nun seit knapp 2 Jahren ein Bestandteil der Oilers Organisation. Trotz vier erfolgreicher WHL Jahre (323 Spiele – 283 Punkte) wurde Hamblin zwei Mal im Draft übersehen, wurde allerdings vor der Saison 20-21 in das Rookie-Camp der Oilers eingeladen. Er hinterließ anscheinend einen guten Eindruck und wurde daher mit einem 2-Jahres-Vertrag ausgestattet, der es ihm ermöglichte in der AHL bei den Bakersfield Condors Fuß zu fassen. Die Chance packte er beim Schopfe und hat nun mit nur 23 Jahren bereits 102 AHL-Spiele absolviert, in denen er beachtliche 50 Punkte erzielte.

,,Ich versuche zu sein wie meine Mutter, sie war einfach das Größte für mich, sie war eine großartige Person. Und dann natürlich alle um mich herum, meine Familie und Freunde” antwortete er auf die Frage, wie er es schaffe alle Hürden scheinbar spielerisch zu nehmen. Seine Mutter verstarb bereits 2017 an Krebs.

,,Er ist so ein wenig Mr. Mach-es-richtig. […] Meine Lieblingsspieler sind gute Menschen, die hart arbeiten und vieles richtig machen. James ist einer meiner Lieblingsspieler aufgrund seiner Leistungen”. Colin Chaulk auf www.nhl.com/oilers

Das sieht man wohl im Frontoffice der Oilers ähnlich und so stattete man James Hamblin Ende letzter Saison mit einem neuen zwei-Jahres-NHL-Vertrag aus. Jetzt liegt es an ihm, seine Geschichte weiter zu schreiben und um einen Platz in der 4. Reihe der Oilers zu kämpfen.

 

No. 2: Nikita Yevseyev (18), Verteidiger, AK Bars Kazan (KHL)

Im diesjährigen Draft wurde an Stelle 158 ein russischer Verteidiger gepickt, bei dem wahrscheinlich sogar die richtigen Experten erst einmal Googlen mussten. Die Oilers entschieden sich für Verteidiger Nikita Yevseyev und könnten damit nach Matvei Petrov den zweiten vielversprechenden russischen Spieler in einer späten Runde gefunden haben. Aber wie komme ich darauf, wenn ihn selbst Experten vor dem Draft vermutlich nicht kannten? Ganz einfach: Yevseyev startet die Saison nicht im Kader der Bars Kazan in der russischen VHL (ähnlich AHL), sondern beginnt als gerade einmal 18-jähriger damit, seine Erfahrungen bei dem Mutterclub Ak Bars Kazan in der KHL zu sammeln. Ohne genaue Informationen aus Russland zu haben, ist das auf jeden Fall schonmal ein Grund gespannt zu sein, was der 1,86 m große Linksverteidiger in Zukunft zu bieten hat.  Bis dahin dawai, Nikita!

 

No. 3: Maximus Wanner (19), Verteidiger, Moose Jaw Warriors (WHL)

Max Wanner wurde im Draft 2021 erst an 221. Stelle ausgewählt und war somit der letzte Oilers-Pick des letztjährigen Draft. Der 1,91m große Verteidiger, der aktuell bei den Moose Jaw Warriors zuhause ist, schürte deshalb auch nicht allzu große Erwartungen, als er in sein erstes Jahr nach dem Draft ging. Umso erstaunlicher war es dann, als er im Laufe der Saison immer öfter auf den Spielberichten der Western Hockey League auftauchte. Man wusste zwar, dass er sich defensiv nicht verstecken brauchte, doch besonders seine offensive Entwicklung macht Lust auf mehr. Mit 30 Punkten in 64 Spielen setzte er zumindest mal ein “Ausrufezeichlein” und ich bin gespannt, ob er die Tradition fortsetzen kann, dass Edmonton immer mal wieder sehr gute WHL-Verteidiger in späten Runden findet, siehe Ethan Bear (5. Runde / 2015) und Caleb Jones (4. Runde / 2015).

No. 4:  Michael Kesselring (22) und Phil Kemp (23), Verteidiger, Bakersfield Condors (AHL)

Warum ich diese beiden in einem Punkt zusammenfasse? Weil es für mich die gleichen Menschen sind. Natürlich nur ein Spaß, aber doch auch gar nicht so unwahr. Beides späte Picks in ihren Draft-Jahren, beides hoch aufgeschossene, physische Verteidiger und beide haben den Weg über die NCAA, also über das College genommen. Das letzte Mal, dass ich in so einem Dilemma steckte, war mit Ethan Bear und Seth Jones, bei denen ich mir heute noch nicht sicher bin, wer nun in Seattle war und wer bei denen mit dem geklauten Blackhawks Logo (Portland Winterhawks).

Aber jetzt wieder ernsthaft: Micheal ‘Mike’ Kesselring wurde 2018 an 162. Stelle von den Edmonton Oilers ausgewählt. Der damals noch in der USHL aktive Rechtsschütze hatte zu diesem Zeitpunkt bereits der Northeastern University eine Zusage gegeben und so war klar, dass der Weg ins Pro-Eishockey ein etwas längerer werden würde. Aber das scheint gerade Verteidigern aus dem Oilers-System gut zu stehen, denn auch John Marino, der inzwischen 189 NHL spiele absolviert hat und 4,4 Millionen Dollar pro Jahr verdient, scheint dieser Weg alles andere als geschadet zu haben. Aber zurück zu Kesselring: Nach zwei Jahren an der Universität unterschrieb er bei den Oilers seinen Einstiegsvertrag und schloss sich bereits Ende der Saison 20/21 den Bakersfield Condors an. Durch sein physisches Spiel ergatterte er sich schnell viele Spielminuten ,so dass er in der Saison 21/22 bereits fest in der Top4 in Bakersfield eingeplant war. Bleibt abzuwarten, welche Rolle sich die beiden Headcoaches Jay Woodcroft und Colin Chaulk dieses Jahr für den jungen US-Boy ausgedacht haben.

Nun zu dem zweiten im Bunde: Mit dem 208. Pick schnappte man sich im Jahr 2017 den Kapitän des damaligen US-Entwicklungs-Team U18, Phil Kemp, der sich für die darauffolgenden Jahre bereits einen Studienplatz an der berühmten Yale Universität gesichert hatte. Nach drei erfolgreichen Jahren in Yale ging es für ihn in der Saison 20/21 erstmal nach Schweden, wo bereits wieder Eishockey gespielt wurde. Später in der Saison ging es dann allerdings nach Bakersfield, wo er sich, ähnlich wie Kesselring, schnell in den Fokus verteidigte. Auch bei ihm wird abzuwarten sein, wie der Plan der Oilers mit ihm aussieht und wie er sich im Camp schlägt.

Ich bin der Meinung, dass wir mindestens einen der beiden in dieser Saison in einem NHL-Spiel sehen werden. Welchen der beiden? Ich weiß es auch nicht, meine Tendenz geht allerdings aufgrund des Alters und der 7 Kilo mehr auf den Rippen Richtung Phil Kemp. Aber eins ist auch sicher: Beide sind jetzt schon absolute Steals!

No. 5: Jake Chiasson (19), Center, Rechter Flügel, Brandon Wheat Kings (WHL)

Stell dir vor, du kannst wegen der Corona-Pandemie in deinem Draft-Jahr nicht zeigen, was du wirklich kannst. Machst 20 Punkte in 23 Spielen, wirst mal in der zweiten, mal in der dritten Runde gehandelt und fällst dann bis in die 4. Runde, in der dich dann aber die Edmonton Oilers mit Pick 116 auswählen. Du fährst ins Rookie Camp, machst einen guten Eindruck, fühlst dich gut und bestreitest ein oder zwei Testspiele und dann… ein Check und Schwupps: Handgelenk gebrochen, OP, monatelang Pause. So geschehen unserem Jake Chiasson, der aufgrund dieser Umstände in den letzten 2 Jahren nur in gerade einmal 49 Pflichtspielen auf dem Eis stand.

Den Karrierestart hätte sich der Rechtschütze sicherlich anders vorgestellt, umso mehr wird es ihn freuen, dass er hier Erwähnung findet. Und da ich nun mal auch der Meister der Hot Takes bin (Anm. d. Red.: geht so), hab ich hier zum Abschluss des Artikels auch einen für euch: Jake Chiasson mit einer 100 Punkte Saison in der WHL in 22/23. Warum ? Weil er alles hat, was man mitbringen muss. 1.88 m groß, sehr guter Schuss, nicht gerade langsam. Das einzige was dem im Weg stehen könnte, ist sein Team, so hat man letzte Saison zwar die Playoffs erreicht aber die ganz große Starpower fehlt. Bleibt abzuwarten, was geht, aber ich glaube, dass wird noch mit unserem Jungen Stürmer.