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Oilers Vorschau Saison 21/22

Die neue Saison steht in den Startlöchern. Jedes Team (außer Carolina, die das nicht für nötig gehalten haben), hat in den letzten Wochen sechs Vorbereitungsspiele bestritten. Die Kader wurden auf 23 Spieler pro Team geschrumpft und die Opening Night Roster wurden bekannt gegeben.

Bei den Oilers lag der Fokus der Vorbereitung vor allem auf der Integration der neuen Spieler. GM Ken Holland hat mehrfach betont, dass seine Aufgabe in der Offseason darin lag, mehr Tiefe in die Offense zu bringen. Mit den Flügelstürmern Hyman und Foegele sowie dem Center Ryan wurde dies auf jeden Fall erreicht, dazu die Verlängerungen mit Nuge und Yamamoto.

Im Trainingscamp konnten außerdem die beiden weiteren neuen Perlini und Sceviour so sehr überzeugen, dass sie wohl im ersten Saisonspiel dabei sein werden. Ebenso Devin Shore und etwas überraschend auch Kyle Turris.

Genauso überraschend, aber im negativen Sinn, ist die Tatsache, dass die beiden jungen Benson und McLeod es offenbar nicht geschafft haben, sich an den eben genannten Rollenspielern vorbei ins Lineup zu spielen. Sie werden im 23 Mann Roster sein, aber zunächst nur auf der Tribüne. Für diese Entscheidung kann man Coach Tippett nicht einmal einen Vorwurf machen. Denn leider war es in den Spielen sichtbar und über die Trainingseindrücke mehrfach zu lesen. Die beiden haben dabei keineswegs enttäuscht, aber es eben auch nicht geschafft, sich an den eher durchschnittlichen Spielern vorbei in den Vordergrund zu spielen. Eine absolut nach vollziehbare und richtige Entscheidung also. Sowohl Benson, als auch Ryan werden aber ihre Einsätze erhalten und diese Chancen dann hoffentlich nutzen.

Offense

In den Top 6 hat Tippett sowohl die Kombis Hyman/McDavid, als auch Hyman/Nuge erfolgreich getestet. Das ist wichtig, weil es Spiele geben wird, in denen McDavid und Draisaitl zusammen agieren. Dann braucht es Alternativen. So wird man wohl auch in die ersten Spiele starten. Der “X Faktor” wird Yamamoto sein. Kann er die letzte Saison vergessen machen? Wenn er es schafft, in den Top6 nicht abzufallen, dann haben die Oilers wieder zwei absolute Top-Reihen. Die bottom 6 scheinen auf dem Papier die besten der letzten Jahre zu sein. Das hat man allerdings schon häufiger gedacht, gehört oder gehofft.

Insgesamt dürfen wir uns in der Offense sicher auf das ein oder andere Spektakel freuen. Vom Powerplay ganz zu schweigen. Und wenn Perlini, Ryan und co. weitermachen wie bisher, wohl auch auf deutlich mehr Depth Scoring.

Defense

Eines steht fest: hinter der Defense stehen deutlich mehr Fragezeichen, als hinter der Offense. Nurse und Barrie haben in der letzten Saison schon ein vernünftiges, manchmal starkes 1st pair abgegeben. Keith und Ceci bilden ein neues, riskantes 2. Paar. Beide haben in der Vergangenheit ihre Tauglichkeit bewiesen, sie müssen aber schnell zusammenfinden. Bouchard und Koekkoek oder Russel werden das 3. Paar bilden. Auch der junge Broberg steht für seine ersten NHL-Einsätze bereit.

“Angriff ist die beste Verteidigung” – nach diesem Motto sollen die Oilers-Spiele im Idealfall ablaufen. Mit Barrie, Keith und Bouchard in getrennten Reihen haben die Oilers quasi während des kompletten Spiels einen herausragenden Aufbauspieler auf dem Eis. Dazu hat man mit Nurse einen der besten Allround-Verteidiger der Welt im Team. Das kann funktionieren! Aber klar ist auch, dass es zahlreiche Teams mit besseren Verteidigern gibt. Der Supergau, der sportliche Worst Case für die Oilers, wäre ein längerer Ausfall von Nurse. In meinen Augen wäre das sogar schlimmer als eine Verletzung von McDavid oder Draisaitl.

Goalies

Mike Smith und Mikko Koskinen werden erneut das Torhüter-Tandem der Oilers bilden. Auch hier gilt: das kann funktionieren, muss aber nicht. Die Leistungen in der Preseason sahen allerdings sehr viel versprechend aus. Dahinter stehen mit Skinner und Konovalov zwei Talente bereit, die in der Preseason ebenfalls überzeugt haben.

Vorhersage

Die Frage “Playoffs oder nicht?” stellt sich nicht. Die Oilers kämpfen mit den Vegas Golden Knights um den Division-Sieg!
Dahinter kämpfen mit Vancouver, Calgary, Seattle und den immer stärker werdenden LA Kings vier Teams um Platz 3. Abgeschlagen am Ende landen San Jose und Anaheim. Letztlich ist es relativ egal, welchen Platz die Oilers in der Regular Season belegen. Der Erfolg der Saison misst sich am Weiterkommen in den Playoffs, nicht mehr nur am bloßen Erreichen.