0Adam Larsson
Photo Credit: PHOTO CREDIT: SERGEI BELSKI-USA TODAY SPORTS

Adam Larsson von Seattle gewählt

Die große Frage der letzten Tage lautete: wen verlieren die Oilers im Expasion Draft an die Seattle Kraken? Tyler Benson oder Jujhar Khaira waren die am häufigsten genannten Namen. Auch Dominik Kahun, Slater Koekkoek oder William Lagesson standen auf den Listen einiger Experten. Oder würde es gar einen Deal mit Seattle geben, dass Miko Koskinen mit einem Draft Pick nach Seattle geht?

Nichts dergleichen! Am Dienstag nachmittag sickerte die Nachricht durch, dass sich Seattle völlig überraschend für Adam Larsson entschieden hat. Offenbar hat man das exklusive Zeitfenster in den Stunden vor dem Expansion Draft genutzt, um sich mit Larsson auf einen Vertrag zu einigen.

Larsson war unrestricted free agent (UFA). Das heißt, er hatte seine Entscheidung selbst in der Hand, während sich Spieler mit bestehendem Vertrag ja nicht aktiv für oder gegen Seattle entscheiden konnten.

Bleibt die Frage offen, warum sich Larsson für Seattle und gegen die Oilers entschieden hat.

4 Jahre für je 4 Millionen ist etwas weniger als Larsson in den letzten Jahren bei den Oilers verdient hat. Am Geld kann es also nicht gelegen haben, denn diese Summe wurde ihm mit großer Wahrscheinlichkeit auch von den Oilers geboten. Möglich, dass die Oilers nur 3 Jahre geboten haben. Aber verlässt man deswegen ein Team, in dem man stellvertretender Kapitän war? Wohl kaum.
Ich bin gespannt, ob man in den kommenden Tagen etwas über seine Beweggründe erfährt.

Liegt es an der von vielen als unattraktiv empfundenen Stadt Edmonton? Seattle gilt ja als wunderschöne Stadt am Pazifik mit viel angenehmerem Klima.

Gab es Unstimmigkeiten mit Mitspielern, Trainern, Funktionsteam oder Management? Das hat sich in den season ending Interviews vor wenigen Wochen zumindest nicht so angehört und kann ich mir nicht vorstellen.

Glaubt er nicht an den Teamerfolg in naher oder mittlerer Zukunft? Das ist natürlich möglich, wäre für einen Führungsspieler allerdings schon krass. In diesem Fall wäre es sogar gut, dass er jetzt weg ist.

Hat er private Gründe? Man munkelt, dass er einfach ein Szenenwechsel wollte. Auch weil er Edmonton immer mit dem frühen Tod seines Vaters verbindet (während eines Besuchs in Edmonton).

Spielte die Fanbase eine Rolle? Immerhin wurde er zu keinem Zeitpunkt wirklich fair und offen behandelt. Zahlreiche Tweets und sonstige Nachrichten belegen dies leider!
Der Trade für Taylor Hall und die Worte unseres damaligen GM Chiarelli „this trade is one for one“ lagen wie ein Stigma über Larsson. Selbst in wirklich starken Saisons (in unseren beiden Playoff-Saisons war Larsson absolut TOP) war er bei den Fans nie beliebt.

Wahrscheinlich werden wir es nie erfahren, aber Fakt ist: Adam Larsson spielt ab sofort für die Seattle Kraken!

Was bedeutet das für die Oilers?

Zunächst einmal ist klar: auch wenn Larsson UFA war, verlieren die Oilers keinen weiteren Spieler oder Draftpick an Seattle. Außerdem ist wohl unbestritten, dass unsere Defense heute um einiges schwächer ist, als sie es gestern war. Das ist natürlich logisch, wenn man einen Spieler für lau verliert.

Auf der linken Abwehrseite stehen den Oilers stand heute Darnell Nurse, Duncan Keith, Kris Russel und William Lagesson zur Verfügung. Im Trainingscamp will sich außerdem Philip Broberg empfehlen. Mit diesen Spielern kann man problemlos in die Saison gehen. Möglich, dass man noch einen weiteren Linksverteidiger (Koekkoek?) verlängert oder verpflichtet.

Auf der rechten Seite reißt Larsson erstmal ein Loch. Neben Ethan Bear wird sicher Evan Bouchard eine tragende Rolle einnehmen.

Wird man jetzt Tyson Barrie verlängern? Das wäre die naheliegendste Option und ich könnte damit leben. Vielleicht will man auch versuchen, einen eher defensivstarken Rechtsverteidiger zu verpflichten, um Larssons Qualitäten auf dem Eis zu ersetzen.

So oder so muss man auf der Position des gestandenen Rechtsverteidigers jetzt aktiv werden.
Der Verlust von Adam Larsson tut den Oilers definitiv weh!

Adam Larsson: Viel Glück und viel Erfolg in Seattle (außer in den Spielen gegen uns).