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🏒 Philipps Öl-Check: Ente kross – Kapanen brutzelt die Ducks!

Photo credit: Perry Nelson-Imagn Images
By Philipp Döhring
Apr 21, 2026, 11:01 EDTUpdated: Apr 21, 2026, 12:58 EDT
Als Fan der Edmonton Oilers war dieses erste Playoff-Spiel gegen die Anaheim Ducks genau die Art von Nacht, für die man in Deutschland um 4:00 Uhr morgens aufsteht – voller Hoffnung, Euphorie, Frust und am Ende doch purem Jubel!
Schon im ersten Drittel war zu spüren, dass Edmonton bereit war. Die Oilers kamen mit Energie, Tempo und der klaren Botschaft aufs Eis, dass sie diese Serie dominieren wollen. Anaheim wirkte überrascht, während Edmonton aggressiv forecheckte und fast jeden Zweikampf gewann. Als Jason Dickinson das 1:0 erzielte und kurz darauf Kasperi Kapanen auf 2:0 erhöhte, hatte man als Oilers-Fan endlich wieder dieses Gefühl: Das Team ist da, das Team ist hungrig.
Besonders erfreulich war das Comeback von Leon Draisaitl. Nach seiner Verletzungspause wirkte er sofort wieder wie der Motor der Offensive. Zwei Assists, Übersicht, Ruhe am Puck – genau das hat Edmonton gefehlt. Auch wenn Connor McDavid selbst nicht auf dem Spielberichtsbogen glänzte, war seine Präsenz ständig zu spüren. Er zog Gegenspieler auf sich und schuf Räume für seine Mitspieler.
Doch dann kam das zweite Drittel – und genau dort zeigte sich auch die größte Schwäche dieser Oilers-Mannschaft. Wieder einmal verlor Edmonton völlig den Faden. Die Ducks wurden stärker, aggressiver und plötzlich wirkte die Defensive der Oilers unsicher. Zu viele Scheibenverluste, zu viele freie Räume vor dem eigenen Tor und erneut dieses alte Problem: Sobald der Gegner Druck macht, gerät Edmonton ins Wanken.
Vor allem Darnell Nurse muss man nach diesem Spiel deutlich kritisieren. Mitten in der stärksten Phase der Ducks ließ er sich zu einer völlig unnötigen Aktion hinreißen und kassierte eine Strafe wegen Cross-Checkings gegen Mason McTavish nach dem Pfiff. In so einem engen Playoff-Spiel darf dir das als erfahrener Verteidiger einfach nicht passieren. Anaheim nutzte das Powerplay sofort aus, Troy Terry traf zum 3:2, und plötzlich hatte Edmonton ein Spiel aus der Hand gegeben, das eigentlich längst unter Kontrolle war. Genau solche dummen Strafzeiten haben die Oilers in der Vergangenheit immer wieder teuer zu stehen bekommen. Nurse bringt zwar Härte und Emotionen ins Spiel, aber in solchen Momenten muss er deutlich cleverer agieren. Gegen stärkere Gegner kann so ein Fehler schnell den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage bedeuten.
Troy Terry und Leo Carlsson drehten die Partie praktisch im Alleingang. Innerhalb weniger Minuten wurde aus einem sicheren 2:0 plötzlich ein 2:3. Als Fan saß man da und dachte nur: Nicht schon wieder. Zu oft haben die Oilers in den vergangenen Jahren Spiele unnötig spannend gemacht, obwohl sie eigentlich klar besser waren.
Aber diesmal kam die Antwort. Und genau das macht Hoffnung.
Im letzten Drittel zeigte Edmonton Charakter. Dickinson erzielte den Ausgleich, das Publikum war wieder voll da und plötzlich waren die Oilers wieder die Mannschaft, die man sehen will: schnell, mutig und zielstrebig. Kurz vor Schluss war es dann Kapanen, der das entscheidende 4:3 erzielte und die Halle explodieren ließ. Ein Spiel, das beinahe verschenkt worden wäre, wurde doch noch gewonnen.
Trotz des Sieges darf man die Probleme nicht ignorieren. Gegen dieses junge Anaheim-Team hat es gerade noch gereicht. Aber wenn Edmonton im weiteren Verlauf der Playoffs weit kommen will, muss die Mannschaft ĂĽber 60 Minuten konzentriert bleiben. Die Defensive war phasenweise zu chaotisch, und auch das Powerplay wirkte ungewohnt harmlos.
Die gute Nachricht ist jedoch: Die Oilers haben gewonnen, obwohl sie nicht ihr bestes Spiel gezeigt haben. Genau das unterscheidet gute Teams von echten Titelkandidaten. Mit einem fitten Draisaitl, einem immer gefährlichen McDavid und der Erfahrung der letzten Jahre hat Edmonton alle Möglichkeiten. Aber sie müssen lernen, Spiele früher und konsequenter zu beenden.
Als Oilers-Fan geht man nach diesem Auftakt mit gemischten Gefühlen nach Hause: erleichtert, euphorisch – aber auch mit der klaren Erkenntnis, dass noch viel Luft nach oben ist.
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