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Zäh wie Gummi – Yallah, Kailer!

Gut zweieinhalb Wochen bevor das Camp der Edmonton Oilers los geht, steht der Kader zu großen Teilen. Schätzungsweise am 20. oder 21. September werden die Profis das erste Mal gemeinsam im Rogers Place die Skates schnüren. Hoffentlich auch anwesend: Kailer Yamamoto.

Der 22-jährige Amerikaner hat noch immer keinen neuen Vertrag unterzeichnet und ist das letzte Puzzleteilchen im Oilers Kader, welches noch fehlt. Wenn auch noch ein kostengünstiger Veteran für die rechte Verteidigungsseite gesucht wird, ist die Personalie des Erstrunden-Picks aus dem Jahr 2017 natürlich die wichtigste. Jim Matheson berichtete kürzlich allerdings sinngemäß, dass die Verhandlungen nicht wirklich voran kommen. Zum einen, da die Gehaltssituation für diese, aber auch die nächste Saison keine einfache ist, zum anderen, da man sich nicht sicher sei, ob Yamamoto eher der Spieler, der letzten 25 oder der, der 54 Spiele davor sein wird. Diese 79 Spiele absolvierte der Flügelstürmer seit seinem call up Anfang 2019. Im ersten Abschnitt gelangen ihm somit 40 Punkte in 54 Spielen, im Abschnitt danach nur 7 in 21. Dies ist für einen jungen Spieler durchaus nichts Ungewöhnliches, allerdings erschwert diese fehlende Konstanz beim Scoring natürlich das Bemessen seines neuen Vertrags. Hätte man letztes Jahr gewettet, quasi vorausschauend gesetzt, wären wahrscheinlich alle mit $ 4-5 Millionen zufrieden gewesen, nun aber ist man weit davon entfernt. Matheson, wie auch die meisten anderen Experten, gehen am Ende von einem Bridge-Deal aus (also einem Vertrag, der eine kurze, aber wegweisende, Zeit läuft), der in etwa $ 2 bis 2,5 Millionen kosten und 2 Jahren laufen würde.

Sind Yamamoto und Farabee vergleichbar?

Apropos wetten.. die Flyers aus Philadelphia haben gerade Joel Farabee mit einem Vertrag ausgestattet, der ihm insgesamt $30 Millionen über 6 Jahre bringt und erst nach der kommenden Spielzeit greift. Die Statistiken und die Entwicklung sind vergleichbar mit Yamamoto, allerdings muss Farabee jetzt natürlich auch abliefern, damit die Flyers am Ende alles richtig gemacht haben. Bei über 16% Schussquote für 20 Tore im letzten Jahr, darf man gespannt sein. Grundsätzlich ist dieser Versuch der guten Entwicklung (und somit einem höheren Vertrag) ein Schnippchen zu schlagen, doch recht riskant, aber einer Hängepartie, wie es die Oilers mit Bear hatten bzw. Yamamoto haben, sind die Flyers damit natürlich aus dem Weg gegangen.

Aber zurück zu Kailer Yamamoto: tatsächlich ist noch niemand so richtig panisch und es erwartet auch keiner ein Offer-Sheet oder eine anderweitige Situation, die Kailer nicht zum Saisonstart das Oilers Trikot tragen lässt, allerdings haben wir in der vergangenen Saison eben bei Ethan Bear gesehen, wie schwer es mitunter sein kann, wenn man große Teile des Camps verpasst. Wie viel schwerer es ist, sogar mitten in der Saison erst zu unterschreiben, darf bei Willy Nylander von den Leafs erfragt werden. Telefonnummer hat Tim Keller.

Eine Chance für beide Seiten

Ich persönlich bin optimistisch, dass wir unserer Nummer 56 rechtzeitig zum Start der Vorbereitung auf dem Eis sehen werden und denke ebenfalls, dass sich Kailer beweisen will und on fire sein wird. Diese Bridge-Deals sind absolut nicht unüblich für Spieler, die aus ihren Einstiegsverträgen kommen, aber Yamamoto hat oft genug bewiesen, dass er die Klasse für unsere Top-6 hat und wird entsprechend zeigen wollen, dass er die Kohle eines Farabee Wert ist. Dazu kommt, dass auch er und sein Agent mitbekommen haben dürften, dass GM Ken Holland vor allem in der Offensive ordentlich nachgelegt hat. Dies kann also für beide Seiten eine unerhoffte Chance sein. Zum einen können die Oilers für die nächsten zwei Jahre etwas flexibler mit der Gehaltsstruktur umgehen, zum anderen kann Kailer Yamamoto nochmal zeigen, dass er dann tatsächlich ein Spieler ist, der das große Geld wert ist. Mit dem Selbstbewusstsein der Saison 19-20 und mehr Abschlussglück ist dieser Junge immens wichtig für uns. Dass er backchecken, grinden und unermüdlich kämpfen kann, hat er nämlich in all seinen Einsätzen gezeigt.

Also: Yallah, Kailer!