Die Roughneck Crew, der elitäre Kreis der Eisarbeiter mit Potential für das Rampenlicht

Roughneck ist ein Begriff für Personen, die für ihr Geld die richtig harte Arbeit erledigen in Bereichen wie zum Beispiel der Ölindustrie. Blut, Schweiß und Dreck sind ihnen alles andere als fremd, doch jeden Tag gehen sie wieder raus und geben alles.

Auch im Eishockey denke ich kann man diese Definition sehr passend einsetzen für den Typ Spieler, der sich für nichts zu schade ist und dessen Maxime kämpfen und rackern anstatt Zaubern sind.

Aufgrund der Historie von Edmonton und den Wurzeln in der Ölindustrie passt der Begriff sehr gut zu den Edmonton Oilers. Aus diesem Grund möchte ich die Roughneck Crew denjenigen Spielern widmen, die eher selten im Rampenlicht stehen und deren Namen weitaus weniger zu sehen sind auf den vielen Fantrikots im Rogers Place und um das Stadion herum an Spieltagen, als die von unseren Franchise Topstars.

Die Roughneck Crew ist aber nicht minder wichtig für unsere Oilers, denn sie überzeugt mit Willen, Herz, Hartnäckigkeit und Leidenschaft in jedem Shift auf dem Eis. Die eigene Mannschaft liebt sie und das gegnerische Team hasst sie, denn sie werden das ganze Spiel lang von ihnen hart und kompromisslos bearbeitet, mit legalen und auch manchmal nicht legalen Mitteln.

Ein harter Check zur richtigen Zeit kann eine ganze Mannschaft wachrütteln, ein entscheidender Scheibengewinn im Zweikampf das sogenannte Momentum auf deine Seite bringen und ein geblockter Schuss ein entscheidendes Gegentor verhindern. Diese Situationen können genauso Spiele entscheiden, wie ein grandioser Sololauf von Connor McDavid oder ein unhaltbarer Schuss aus dem Nichts von Leon Draisaitl.

Ein erfolgreicher Kader benötigt Tiefe und ein gesundes Gleichgewicht an verschiedenen Spielertypen, denn nur so wird man erfolgreich spielen und Titel gewinnen. In den Playoffs entscheiden meistens genau die Typen aus der Roughneck Crew ob man am Ende eine Runde weiterkommt oder zu früh in den Urlaub verabschiedet wird.

Spielertypen wie Kailer Yamamoto und Josh Archibald sind für mich Paradebeispiele für die Roughneck Crew, aber auch Devin Shore, Jujhar Khaira und Zack Kassian, um weitere Stürmer zu nennen passen ideal ins Anforderungsprofil.

Mein persönlicher Lieblingsspieler bei den Oilers ist Yamamoto und sein Name ziert deshalb natürlich auch mein Oilers Jersey. Ich bin immer wieder fasziniert, wenn ich Yamamoto bei der Arbeit auf dem Eis verfolgen kann, denn bei seiner Statur so zu spielen, mit dieser Hartnäckigkeit und Gerissenheit im Zweikampf ist sehr selten. Die Erwartungen an ihn hinsichtlich der Punktausbeute ist für mich einfach zu hoch angesiedelt bei vielen, aber mehr als in der letzten Saison dürfen es in Zukunft natürlich schon sein und er wird das auch schaffen.

Josh Archibald ist der Spieler der dem Typ Roughneck mit Sicherheit am besten gerecht wird im Kader der Oilers. Er verzeichnete letzte Saison die mit Abstand meisten Hits bei den Oilers, ist ein enorm wichtiger Faktor im Penalty Killing und unser Mr. Empty Net. Aus meiner Sicht sind sich Archibald und Yamamoto sehr ähnlich und wer glaubt aufgrund ihrer Hauptattribute kommen die anderen Hockey Skills zu kurz der irrt sich, denn auch hier können beide überzeugen.

Devin Shore und Juhjar Khaira befinden sich beide sicher nicht auf dem gleichen Niveau wie Archibald und Yamamoto, aber sie erledigen ihre Aufgaben und bringen dadurch ihren Wert ins Team ein. Beide können in der dritten oder vierten Reihe eingesetzt werden und das auf verschiedenen Positionen im Angriff. Des Weiteren ist Khaira der Mann, wenn es einmal eine Abreibung auf dem Eis braucht –  obwohl er hier letzte Saison einmal ziemlich böse das Nachsehen hatte. Mit Shore wurde schon der Vertrag verlängert, was mit Khaira passiert ist dazu im Gegensatz noch völlig offen. Beide haben nicht den großen Cap Hit, liefern aber auf dem Eis die Leistung ab, die ihnen möglich ist.

Bei Zack Kassian werden sich nun viele denken warum ihn ins Rampenlicht bringen nach einer für ihn völlig verkorksten Saison. Ganz einfach, weil das nicht der Kassian war denn wir alle kennen aus den Saisons davor und speziell den Playoffs 2017. Er wurde sich selbst in keiner Phase dieser Saison gerecht, was zum einen an diversen Verletzungen lag, aber hauptsächlich meiner Meinung nach in seinem Kopf. Wenn Kassian wieder frei im Kopf ist, dann werden wir auch wieder den Spieler sehen, der er sein kann für unsere Oilers. Es kann aber auch ganz anders kommen und Kassian spielt nächste Saison gegen die Oilers im Jersey der Seattle Kraken, wenn das Oilers Management ihn nicht schützt für den Expansion Draft.

Die Verteidiger dürfen neben den Stürmern in der Roughneck Crew natürlich auch nicht vergessen werden und hier möchte ich Adam Larsson nennen, der im Schatten von Nurse und Barrie eine enorm starke Saison gespielt hat. Ich kann nur hoffen dass wir langfristig mit ihm verlängern, denn er ist meiner Meinung nach unabdingbar, wenn wir in den nächsten Jahren den großen Coup angehen wollen.

Ab der kommenden Saison möchte ich weiterhin regelmäßig über die Spieler der Roughneck Crew schreiben und ihnen die Bühne geben, die sie meiner Meinung nach auch verdienen.

Also in diesem Sinne bis bald.